Businessportrait: was anziehen, ohne dich zu verkleiden

Veröffentlicht am 4. September 2026
Businessportrait: was anziehen, ohne dich zu verkleiden

Beim Businessportrait wirkt Kleidung, die richtig sitzt und sich nicht mit deinem Gesicht beißt. Alles andere ist zweitrangig: weder ein Blazer allein noch eine strenge Farbe machen aus einem Foto ein Businessportrait. Hier steht konkret, was du wählst, was du vermeidest und wie du kein Portrait bekommst, auf dem du dich selbst nicht erkennst.

Die wichtigste Regel: Passform vor Schnitt

Kleidung muss sitzen. Ein Teil, das eine Nummer zu groß ist, trägt an Schultern und Taille auf, ein zu knappes Teil zieht Falten auf der Brust und unter den Achseln, und auf dem Portrait sieht man das schärfer als im Spiegel: die Kamera verzeiht keine Spannung im Stoff.

Wenn du zwischen einem teuren Blazer, der nicht zu deiner Figur passt, und einer einfachen Bluse in deiner Größe wählst, gewinnt die Bluse. Immer.

Farbe: warum reines Weiß oft verliert

Weiße und sehr helle Blusen wirken an sich blass und ziehen das Licht auf sich, dadurch sieht dein Gesicht im Bild matter aus als deine Kleidung. Das ist kein Verbot, aber mit Weiß muss man arbeiten: einen Blazer dazunehmen, einen farbigen Schal oder einen kontrastreicheren Hintergrund.

Ruhiger wirken Farben im mittleren Ton: Grau, tiefes Blau, warmes Sandbeige, gedecktes Bordeaux, Oliv. Sie geben genug Kontrast zur Haut und ziehen die Aufmerksamkeit nicht auf sich.

Schwarz oben wirkt streng, kann aber auf hellem Hintergrund die Silhouette „auffressen“ und im Bild nur Gesicht und Hände übrig lassen. Manchmal ist genau das richtig, nur solltest du das vorher entscheiden und nicht erst im Shooting merken.

Was im Bild fast immer stört

  • Kleinteilige Muster: feine Streifen, kleines Karo, schmale Ornamente. Auf dem Foto flimmert das.
  • Große Logos und Schriftzüge. Nach einem halben Jahr datieren sie das Bild, und die Aufmerksamkeit ziehen sie sofort auf sich.
  • Glänzende Stoffe. Sie spiegeln das Licht in Flecken, die nur die Retusche wieder wegbekommt.
  • Dünner Feinstrick, eng anliegend. Er zeigt jede Falte der Unterwäsche.
  • Alles, was klimpert: Armreifen, Anhänger. Schmuck ist in Ordnung, aber in Maßen und besser ohne Geräusch.

Wie viele Outfits du mitnimmst

Zwei bis drei Sets für verschiedene Aufgaben:

  1. Sachlich für die Website, berufliche Profile und Präsentationen.
  2. Mittel, etwas weicher: Bluse oder Strick ohne Blazer. Das ist das Arbeitspferd für den Blog.
  3. Lebendig, das, was du an einem normalen Tag trägst. Genau diese Bilder werden am häufigsten zu den Lieblingsbildern.

In 1-1,5 Stunden (Paket Silber, 135 €) schaffen wir meistens 1-2 Outfits, in 2-2,5 Stunden (Gold, 200 €) 2-3. Der komplette Inhalt der Pakete steht auf der Seite zum Businessportrait. Wie viele Bilder eine Expertin braucht und wie lange sie reichen, rechne ich separat im Beitrag Fotos für dein Personal Branding durch.

Für Expertinnen: streng ist nicht die einzige Variante

Die meisten Anleitungen zum Businessportrait sind für Angestellte geschrieben: Blazer, Krawatte, glatter Hintergrund, Unternehmensstandard. Wenn du deine eigene Praxis hast, ist die Aufgabe eine andere. Dich wählt man nicht nach Dresscode, sondern nach dem Gefühl, ob dieser Mensch passt.

Praktische Folge: Ein strenges Kostüm brauchen nicht alle. Bei Psychologinnen, Coaches, Kosmetikerinnen oder Lehrerinnen wirkt öfter ein weicher Look, in dem man den Menschen sieht und nicht die Position. Juristinnen oder Finanzberaterinnen hilft Strenge. Der Maßstab ist einfach: Zieh dich so an, wie du bei deinem besten Arbeitstermin aussiehst, und nicht so, wie „ein Geschäftsmensch“ im Allgemeinen aussieht.

Die allgemeinen Kleidungsregeln für jedes Shooting, nicht nur für das geschäftliche, stehen im Guide was du zum Fotoshooting anziehst.

Wie du kein Portrait bekommst, auf dem du dich nicht erkennst

Die häufigste Klage über Businessfotos klingt so: „technisch gut, aber das bin nicht ich“. Das liegt meistens nicht an der Kleidung, sondern an der Art zu fotografieren. Wenn eine Fotografin mit Kommandos arbeitet („Kinn vor, Schulter runter, lächeln“), erstarrt das Gesicht in einer Haltung, die es im Leben nie hat, und das Bild wird korrekt und fremd.

Ich fotografiere anders: nicht über Kommandos, sondern über den Zustand. Was du in diesem Moment tust, woran du denkst, an wen du dich wendest. Der Körper stellt sich von selbst ein, und der Ausdruck wird deiner. Wenn dich interessiert, welche Zustände dir vor der Kamera näher liegen: es gibt den kostenlosen Test „Wer bist du vor der Kamera?“ mit 9 Fragen.

Kleinigkeiten, die 10 Minuten vor dem Shooting entschieden werden

  • Nimm deine Sachen auf Bügeln mit, nicht in der Tüte: Knicke sieht man im Bild.
  • Einen Dampfglätter oder ein Bügeleisen gibt es nicht an jeder Location, frag vorher nach.
  • Nimm nahtlose Unterwäsche in Hautfarbe für die hellen Teile mit.
  • Prüf deine Schuhe, wenn wir Ganzkörperaufnahmen machen. Die werden am häufigsten vergessen.
  • Die Haare machst du besser am Abend davor oder morgens, aber nicht in den letzten 20 Minuten.
häufige Fragen

Häufige Fragen

Muss ich zum Businessportrait unbedingt einen Blazer tragen?

Nein. Ein Blazer bringt Strenge und Struktur in die Schulterpartie, aber für eine Expertin mit eigener Praxis wirken eine Bluse oder ordentlicher Strick oft besser: weniger Distanz zu dem Menschen auf der anderen Seite des Bildschirms.

Welche Farbe ist am sichersten, wenn keine Zeit zum Überlegen bleibt?

Ein einfarbiges Oberteil im mittleren Ton: Grau, Blau oder Oliv. Es sorgt für Kontrast zur Haut und beißt sich nicht mit dem Hintergrund.

Kann man ein Businessportrait in Jeans machen?

Ja, wenn das Bild bis zur Hüfte geht oder eine Ganzkörperaufnahme ist und der Look komplett zusammengestellt ist. Dunkle Jeans ohne abgewetzte Stellen plus Bluse sind in den meisten Branchen ein funktionierender Business-Look.

Brauche ich Make-up und Styling?

Deine eigene Alltagsversion reicht, etwas sorgfältiger als gewöhnlich. Die Aufgabe eines Portraits ist, dass man dich beim Treffen wiedererkennt, und nicht, einen anderen Menschen zu zeigen.

Was ziehe ich an, wenn die Fotos auf die Website und in den Blog gehen?

Nimm zwei Outfits mit: sachlich für die Website und weich für den Blog. Wir fotografieren beide in einem Shooting, dafür braucht es kein separates Paket.

Businessportrait in Berlin: Pakete ab 135 €. Was du anziehst, klären wir im Videocall vor dem Shooting.

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Anastasia · ANPH

Fotografin in Berlin, Autorin des Posing-Kurses „6 Facetten von dir“. Ich helfe Frauen, sich vor der Kamera lebendig und echt zu sehen. Mehr über mich